Zahlen und Fakten zur Hausarztmedizin
- Das Einkommen der HausärztInnen in der Schweiz ist in den letzten 30 Jahren kaufkraftbereinigt um 40% gesunken.
- Die
Labortarife wurden bereits 2006 um 10% gesenkt. Die Kosten für
externe und interne Labor-Qualitätskontrollen hingegen haben um CHF 500.- bis 1000.-/Jahr zugenommen.
- Die neue
Labor-Analysenliste wurde vom Bundesamt für Gesundheit per 1. Juli
2009 trotz vieler Fehler und völlig falscher Berechnungen (ohne
die Besonderheiten der Hausarztpraxen zu berücksichtigen)
eingeführt. Die Tarife sind 20-30% tiefer. Dies hat wiederum
direkten Einfluss auf das Einkommen der HausärztInnen und wurde
nirgends im Tarmed korrigiert. Die aktuellen Zahlen zeigen eine Umsatzeinbusse von 16% im Labor der Grundversorger.
- Tarmed,
der schweizerische Arzttarif, wurde ursprünglich
betriebswirtschaftlich berechnet mit einem Taxpunktwert von CHF 1.- Im
Kanton Bern liegt der Taxpunktwert aktuell noch bei 86 Rp. also 14%
unter der Wirtschaftlichkeit!
- Der
schweizweite Taxpunktwert in der Unfallversicherung hätte schon
lange angehoben werden müssen, wie bei gesunkenen Kosten
vertraglich vereinbart. Weil dies politisch nicht gelegen kommt, wird
die Korrektur von den Vertragspartnern blockiert!
- Es finden
sich keine Nachfolger für die Hausarztpraxen mehr: Nur noch 12%
der Studierenden wollen in die Hausarztmedizin. Nötig wäre
das Dreifache.
- Hausärztinnen
und Hausärzte sind bei den Banken z.T. nicht einmal mehr
kreditwürdig! Zur Neueröffnung einer Einzelpraxis brauchte es schon
vor 10 Jahren Bürgschaften, um einen Kredit bei der Bank zu
erhalten.
- Wegen der
sogenannten Kostenneutralität unter Tarmed ist eine finanzielle
Besserstellung der HausärztInnen nicht möglich, denn wenn die Kosten steigen,
wird automatisch der Taxpunktwert gesenkt.
- Die Preisindizes für die Arztkosten sind seit 1995 gleich geblieben, diejenigen für die Spitäler bis 2008 jedoch um 21% gestiegen. Der Konsum nahm um 12.8% zu.
- Die Kosten für die Notfallzentrale Medphone werden hauptsächlich von den HausärztInnen getragen: Jede/r zahlt CHF 600.-/Jahr dafür. Der Kanton Bern zahlt pro Einwohner nur 50 Rp. (Zum Vergleich: Für die Notfallzentrale 144 werden pro Einwohner und Jahr CHF 5.- ausgegeben).